|
Das Gebiet
Flächenmäßig erstreckt sich die süditalienische
Region Basilikata auf 9992 km². 603.000 Einwohner verteilen
sich auf 131 Gemeinden in den Provinzen Potenza und Matera. 7/10
des Gebietes sind Bergland, 2/10 Hügelland und nur 1/10 der
Fläche Ebene. Der Westen ist eher gebirgig, der Küstenstreifen
und das Landeszentrum eher hügelig und steigt im waldigen Teil
um Melfi wieder an bis zu trockenen "Murgia" um Matera.
Ihren aktuellen Namen trägt die Region noch nicht so lange,
in der klassischen Antike und auch unter den Faschisten wurde sie
Lukanien genannt. Seit dem 27. Dezember 1947 - mit dem Inkrafttreten
der italienischen Verfassung - gilt die Bezeichnung Basilikata.
Die Bewohner der Region werden aber auch heute noch Lukaner genannt.
Geschichte
Diese Gegend war schon in prähistorischer Zeit besiedelt, auf
die Altsteinzeit gehen die Ansiedelungen von Venosa und des Brandano-Tals
zurück, während erste landwirtschaftliche Siedlungen in
den Gebieten von Matera und Melfi aus der Neusteinzeit stammen.
Vom Äneolithikum bis zur Bronzezeit war die Region ein wichtiges
Verbindungszentrum zwischen den Völkern am Ionischen und Tyrrhenischen
Meer, so dass hier große Siedlungen gegründet wurden.
Während der Eisenzeit wurde auch das Landesinnere langsam besiedelt.
In diesen Perioden kamen viele indo-europäische Stämme
in die Basilikata, darunter auch die Illyrier von den Küsten
des Balkans. Im 8. Jh. v. Chr. landeten griechische Siedler an der
Ionischen Küste Lukaniens und begründeten jene blühende
Zivilisation, die als Magna Graecia in die Geschichte einging. Metaponto,
Siris, Heracleon sind ihre wichtigsten Zentren.
Kunst
Eine Reise durch die Kunstgeschichte der Basilikata ist zweifelsfrei
faszinierend. Im Spannungsfeld zwischen Orient und Okzident hat
die Region seit dem Erscheinen des Menschen auf ihrem Gebiet künstlerische
Höhepunkte erlebt. Kunstschätze unterschiedlichster Art
außerhalb der üblichen Stilrichtungen haben seit jeher
Inspiration im Kunsthandwerk gefunden, das sich jede Strömung
oder Kultur, mit der es in Berührung kam, zu eigen gemacht
hat. Die Keramiksammlung in den Regionalmuseen zeigt eine große
Tradition in der Verarbeitung von Ton, der in der Region häufig
vorkommt. Neue kulturelle Impulse vermittelte die Verbreitung des
griechisch-orthodoxen Mönchtums seit dem 7. Jh. und während
des ganzen Mittelalters, in dessen Verlauf nach den Ordensregeln
des Hl. Basilius lebende Mönche nach Lukanien kamen und hier
zahlreiche Einsiedeleien, Klausuren und Klöster errichteten
vor allem in Matera und Umgebung. Architektur und Wandfresken beeinflußten
nicht nur das künstlerische Leben nicht nur um Matera, wo es
die höchste Konzentration an Felskirchen (bis heute 155) gibt,
sondern auch im Pollino, des Val d'Agri und um Sinni. Und als Anfang
der Kunstgeschichte in der Basilikata werden normalerweise die Fresken
der Krypta der Erbsünde in Matera bezeichnet.
Kultur
Hier wurden bedeutende Persönlichkeiten ihrer Zeit geboren
wie die Poeten Grazio, Isabella Morra, Luigi Tansillo und später
Rocco Scotellaro, Albino Pierro, Michele Parrella und Leonardo Sinisgalli;
die Schriftsteller Tommaso Stigliani, Giuseppe de Robertis und Carlo
Salinari; Philosophen wie Emilio Paolo Lamanna, die Juristen Mario
Pagano und Emanuele Gianturco; Historiker wie Giacomo Racioppi und
Giovanni Battista Bronzini; Süditalien-Intellektuelle wie Giustino
Fortunato, Francesco Saverio Nitti und Ettore Ciccotti, Medizinforscher
wie Rocco Mazzarone; Archäologen wie Domenico Ridola, Michele
La Cava und Vittorio de Cicco, Künstler, Komponisten wie Gesualdo
da Venosa und Egidio Romualdo Duni. Viele andere haben sich mit
diesem Landstrich beschäftigt wie Carlo Levi, der als politisch
Verbannter hier lebte und sich zu seinem weltberühmten Werk
"Christus kam nur bis Eboli" inspirieren ließ.
Kunsthandwerk
Die Wurzeln des Kunsthandwerks gehen in der Basilikata auf die bäuerliche
Hirtentradition zurück und behalten deren Grundzüge auch
in ihren modernsten Ausdrucksformen bei. Die hübschen, ästhetischen
Gegenstände des traditionellen Kunsthandwerks wurden hauptsächlich
für den täglichen Gebrauch geschaffen. Normalerweise werden
die lokal zu findenden Materialien zur Schaffung von Formen und
Objekten verwendet, ausgenommen Metalle: Holz, Ton, Tuffstein, Pappmaché,
Textilfasern, Stroh und Rattan.
Küche
Die traditionelle, variantenreiche Küche der Basilikata bietet
viele Anregungen. Sie ist der Stolz der Region, traditionell eine
gekonnte Verbindung einfacher, unverfälschter Produkte und
damit weit entfernt von den raffinierten Kreationen der modernen
Küche. Bei der Zubereitung der Gerichte ist nur die Verwendung
von Olivenöl vorgesehen, Butter wird in dieser Region nur als
Kern in bestimmten Käsesorten (Burrini u. Manteche) verzehrt.
Gemüse werden häufig als Vorgericht serviert, allein oder
zusammen mit Hülsenfrüchten oder Pasta wie z.B. dicke
Bohnen mit Zichorie, Cime di rape (eine Art Brokkoli) mit Mandeln,
Zichorie in Fleischbrühe. Hülsenfrüchte, Cerealien,
Gemüsesorten und Kräuter sind die Basis für Gerichte
mit pikantem und doch harmonischem Geschmack. Definitiv bestätigen
können wir, dass die Pasta, die traditionell von Hand nur aus
Hartweizengries, Salz und Wasser hergestellt wird, eine lukanische
Erfindung ist.
Käse gehört in der Basilikata zu jeder Mahlzeit. Ihre
Qualität ist hervorragend, geschätzt werden vor allem
Käse aus Schafs- und Ziegenmilch. Eine weitere Erfindung der
lukanischen Küche ist die Bratwurst, die in vielen Orten Italiens
auch "lucanica" oder "luganega" genannt wird.
Schon die alten Römer kannten sie und Apicius, Cicero und andere
Dichter besangen ihre Vorzüge. Brot ist hier wie anderswo in
Italien ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Hergestellt werden viele
verschiedene Sorten aus Hartweizenmehl, Hefe, Salz und Wasser, die
in den vielen, noch vorhandenen Holzöfen gebacken werden. Obst
darf vor allem im Sommer auf keinem Tisch fehlen. Zitrusfrüchte,
Erdbeeren, Himbeeren, Kiwis, Pfirsiche, Aprikosen, Birnen, und Trauben
sind nur einige Sorten, die in der Ebene von Metaponto angebaut
werden. Die Mehrzahl dieser Produkte wird in allen lukanischen Restaurants
in der Region und in Ausland angeboten.
Weitere Informationen:
www.aptbasilicata.it
|